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Westfälische Salzwelten

Tel. 02921-94334-35

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Öffentliche Führungen

Jeden Samstag:

14.30 Uhr - Sassendorfer Salzspuren (4 Euro/ erm. 2 Euro),  Geführten Ortsrundgang entlang der Salzspuren zu den Sehenswürdigkeiten der Sassendorfer Salzgeschichte (2,2 km, ca. 90 Minuten)

 

Jeden Sonntag:

11:00 Uhr - "Salz, Sole und Moor - Überblicksführung in den Westfälischen Salzwelten"

14:00 Uhr - thematische Sonderführung in den Westfälischen Salzwelten mit wechselndem Inhalt



Willkommen zu unserem Besucherblog:

Sie sind herzlich eingeladen, uns Ihre Erfahrungen, Erlebnisse und Beobachtungen in den Salzwelten oder auf den Salzspuren zu senden. Wir veröffentlichen diese dann gerne unter redaktionellem Vorbehalt. Senden Sie Ihre Beiträge einfach an info@salzwelten.de – wir sind gespannt und freuen uns!

 

Erlebnismuseum Westfälische Salzwelten - Dr. Heike Haase von www.hasenfenster.de

 

Solche Ausflüge machen ganz besonderen Spaß! Bad Sassendorf ist mit dem Auto gerade mal eine Dreiviertelstunde weit weg, und auch mit dem Zug ist es von Paderborn aus ganz komfortabel zu erreichen (mit der Fahrkarte bekommt man dann sogar noch einen Rabatt auf den Eintritt). Und doch mussten wir erst durch Zufall darauf aufmerksam werden, dass es dort seit 2015 das Erlebnismuseum Westfälische Salzwelten gibt, ein Museum, in dem sich alles um dieses weiße Gold dreht. Der Ort verdankte nämlich lange Zeit einen gewissen Wohlstand dem Sieden von Salz aus dem Wasser der eigenen Sole-Quellen. Diese Quellen prägen auch heute das Ortsbild noch an vielen Stellen. Inzwischen aber ist aus der Salzsiedestadt ein Kurort geworden, in dem man auch Wellness und Erholung betreiben kann. Und man kann einiges über Salz und seine kulturgeschichtliche Bedeutung lernen, wie eben in den noch recht jungen Salzwelten.

Das Museum ist Teil eines Erlebnisareals, in dem auch viele Veranstaltungen stattfinden. Mit dem gläsernen Salzkristall, der aus einer Museumswand ins Freie hinausragt, sticht es schon architektonisch ins Auge. Beim Betreten des Fachwerkbaus dann funkeln den Besuchern schon echte Salzsteine aus dem kleinen Museumsshop entgegen. Und wenn man sich dort schon vor der Besichtigung umschaut, ist endgültig Schluss mit der Vorstellung, dass Salz halt einfach Salz ist: Hier werden Spezialitäten aus aller Welt angeboten. Eltern sehen sich im Shop übrigens zudem der Aufgabe gegenüber, ihre Kinder davon abzuhalten, den Riesensalzstein mal anzulecken…

Die Ausstellung führt auf zwei Etagen durch mehrere Räume. Das Erdgeschoss beschäftigt sich mit dem Salz an sich, mit Kristallen, Chemie und der Verbreitung auf der Welt. Aber auch die Geschichte und das Leben mit dem Salz in Bad Sassendorf wird dargestellt. Durch den Glaskristall führt eine Treppe ins Obergeschoss, wo sich die Ausstellung ausführlich dem Salz und der Sole als Gesundbrunnen und Kurmittel, aber auch der heutigen Bedeutung im Alltag und der Ernährung widmet. Man merkt den Salzwelten deutlich an, dass sie noch recht neu sind, denn alles ist sehr modern aufbereitet. Die Auswahl der Exponate ist wirklich interessant und sie wird obendrein noch spannend präsentiert. Nicht nur für Familien attraktiv ist der große Anteil von interaktiven Ausstellungsstationen, die sich nicht auf Knöpfe drücken und Klappen öffnen beschränken. Man kann einatmen, Probe sitzen, liegen und lauschen und vieles mehr.

Und für unser Testteam gab es noch mehr zum Mitmachen, denn wir durften eine neu konzipierte Erlebnisführung ausprobieren. Jessica Hartmann, die kaufmännische Leiterin des Museums, und Jeanette Metz, die Museumspädagogin, begrüßten uns im Foyer und nahmen uns auf eine Themenreise zum „Baden“ mit durch die Salzwelten. Dazu tauchten wir an verschiedenen vorbereiteten Stationen in die Hygienegeschichte ein. Wir sortierten Abbildungen von Badevorrichtungen von der Antike über Mittelalter und Jahrhundertwende bis ins 20. Jahrhundert. Wir machten beispielsweise Halt bei den alten Römern, für die das Wasser eher der Erholung als der Reinlichkeit diente, oder probierten die Wirkung von Puder statt Wasser auf der Haut aus, um nur ein paar unserer Mitmachpunkte zu nennen. Dabei erfuhren wir viel Neues und lernten einiges Erstaunliches. Den Bogen zum Salz schlugen wir am Ende mit einem Workshop, in dem sich jede und jeder ein eigenes Badesalz mischen durfte.

ELTERNMEINUNG

Ganz ehrlich: Wer hätte gedacht, dass Salz ein so ergiebiges und vielschichtiges Thema sein könnte. Und wer hätte erwartet, wie packend und zugleich lehrreich man das Thema „Baden“ in diesem Zusammenhang aufbereiten kann?  Wir jedenfalls waren sehr angenehm überrascht von den Salzwelten. Schon die Ausstellung an sich ist sehenswert, und hier ist es gelungen, dass man sich dem Thema auch ohne spezielle Führung gut und abwechslungsreich nähern kann. Allerdings bietet das Museum noch viele weitere verschiedene Workshops, Führungen und Events an, bei denen ganz sicher für jeden Geschmack was im Programm ist. Auch Kindergeburtstage kann man hier mit interessanten Aktionen feiern.

Das Thema „Baden“ hielt auch für uns noch viel Neues bereit, sortierte punktuelles Wissen chronologisch und rückte schief Gelerntes gerade. Stimmt nämlich gar nicht, dass im Mittelalter alle dreckig und ungewaschen waren, zum Beispiel. Die Salzwelten heißen vollkommen zurecht nicht schon im Namen Museum, denn sie sind mehr als nur ein Ausstellungsort. Tatsächlich kann man hier in verschiedene Welten abtauchen, die das Salz eröffnet, und man kann erleben und erfahren. Das hat natürlich auch den Kindern sehr viel Spaß gemacht.

Ein nettes Café und ein gut sortierter Museumsshop dazu, aber auch ein schönes Außengelände mit Spielplatz machen den Ausflug rund!

KINDERMEINUNG
Das Entsetzen war mit Händen zu greifen, als Museumspädagogin Jeanette Metz uns begrüßte und verkündete, dass es heute ums Baden und Waschen gehen würde. Und dann folgte ein großes Gepolter, mit dem Steine von Herzen fielen, als sie auflöste, dass uns eher Theorie und kleine praktische Beispiele erwarteten. Manch einer fand es nämlich womöglich gar nicht so abwegig, dass man zeitweise dachte, Wasser könnte ganz allgemein der Gesundheit schaden. Für Haare und überhaupt, wenn es von oben kommt, ist es doch ganz bestimmt voll schädlich, oder? Jungen und Mädchen im Alter von 7 bis 11 Jahren hatten wir dabei, und es gelang ohne jedes Problem, für alle in der Ausstellung Interessantes zu finden und sie mit der Themenführung zu begeistern. Überhaupt ist dreckig und sauber ein Spannungsfeld, das offenbar in Familien eine große Rolle spielt und damit für die Kinder besonders interessant ist.

Da wir mit dem Programm angefangen hatten, aber noch keiner das Museum kannte, musste dies im Anschluss noch in aller Ruhe besichtigt werden. Und das ganz ehrlich, auf vielfachen Wunsch der Kinder, ohne dass die Erwachsenen das vorgeschlagen hätten. Zu viel Spannendes hatten sie beim Durch- und Vorbeigehen schon entdeckt. Eine Verkleidungskiste, mir der man sich in die Hoch-Zeit des Salzsiedens zurückversetzen kann, machte zum Beispiel großen Spaß. Matrosenanzüge und Häubchen – entzückend!

Erwartungsgemäß lobten hinterher alle, dass man so viel aktiv machen und ausprobieren konnte. Die Wasseralternativen mit Öl und Puder wurden sehr interessiert probiert und erwogen. Letztlich aber machte das Zusammenstellen eines eigenen Badesalzes am allermeisten Spaß. Dabei konnten die Nachwuchsparfümeure schwelgen in Blüten, Düften und Farben. Das Ergebnis wurde stolz benannt, geschmückt und abends direkt in der Badewanne getestet. Die scheint dann doch letztlich ganz okay zu sein…

 

mehr zum Blogeintrag hier

Was hat Salz mit Heimat und Nachbarschaft zu tun? | Matthias Jochmann, 14. August 2017, Projekt stadt.land.text  

In seinem Blog des Projektes stadt.land.text schreibt Matthias Jochmann über die Bedeutung von Kultur sowie ehrenamtlichen Engagement und natürlich vom weißen Gold. Hier geht zum Beitrag von Matthias Jochmann:

https://stadt-land-text.de/von-kristallen-und-kultur/

Dem Salz auf der Spur – Ein Besuch in den Westfälischen Salzwelten | Christin Fleige, 30. Juni 2017, Historisches Seminar, Westfälische Wilhelms-Universität Münster

 

„Bad Sassendorf? Da war mein Opa mal zur Kur!“ So ähnlich lautet der erste Gedanke, der mir durch den Kopf geht, als ich erfahre, dass es im Rahmen eines Uni-Seminars auch auf eine Exkursion in das Museum Westfälische Salzwelten in Bad Sassendorf geht. Dass der Ort für seine Bedeutung als Kurort bekannt ist, weiß ich schon (das Seminar behandelt immerhin die Geschichte der Badekultur in Westfalen). Dass er neben Kurkliniken und –parks aber noch einiges mehr zu bieten hat, ist spätestens am Ende der Exkursion klar.
Schon von außen macht das Museum einen freundlichen und einladenden Eindruck. Es befindet sich auf dem Hof Haulle, einem über 600 Jahre alten restaurierten Gehöft. Ein moderner gläserner Anbau ragt wie ein riesiger Salzkristall aus der Kulturscheune, in der die Ausstellung untergebracht ist, und gibt einen ersten Hinweis auf das Thema, das uns die nächsten zwei Stunden beschäftigen wird.
Noch nicht ganz sicher, was mich und meine KommilitonInnen erwarten wird, geht es also in die Ausstellung, die von einem strahlend weißen Salzkristall in einem ansonsten pechschwarzen Raum eröffnet wird. Hier stelle ich mir zum ersten Mal die Frage, was ich selbst mit Salz und Sole verbinde. Klar, ich benutze Salz jeden Tag zum Kochen. In der Nähe meines Heimatortes gibt es ein Natur-Solebad, in dem ich als Kind viele Sonntagvormittage mit meiner Familie verbracht habe. Aber dann hört es auch schon fast auf mit meinen persönlichen Assoziationen zum Thema. Höchste Zeit, dass ich mein Wissen über das Salz ein wenig aufbessere!
Die erste Station der Ausstellung behandelt die kulturelle Bedeutung des Salzes – eine Perspektive, aus der wohl die wenigsten schon einmal über das Thema nachgedacht haben. Das ist umso erstaunlicher, weil es so vermeintlich gewöhnliche, unspektakuläre Dinge sind, in denen sich der Zusammenhang von Salz und Kultur zeigt – z. B. im Märchenbuch. Zwar bin ich mit den Grimm’schen Märchen aufgewachsen, doch erst als ich in der Ausstellung die Märchensammlung So lieb wie das Salz entdecke, wird mir bewusst, in wie vielen Erzählungen das Motiv des Salzes tatsächlich vorkommt. Ein anderes Beispiel: Nachdem ich im letzten Jahr umgezogen bin, habe ich von so vielen Freunden und Bekannten Salz und Brot zur Einweihung bekommen, dass mein Salzvorrat vermutlich für die nächsten zehn Jahre gedeckt ist. Wo der Ursprung dieses typischen Einzugsgeschenkes liegt, habe ich trotzdem nie wirklich hinterfragt. Jetzt weiß ich es, denn in der Ausstellung werden dieser und viele andere Bräuche rund um das Salz erklärt.
Im nächsten Raum geht es naturwissenschaftlicher zu. Wie entsteht Sole? Wie ist Salz chemisch zu erklären? Wie entsteht ein Salzkristall? Was im ersten Moment für einen naturwissenschaftlich eher weniger Begabten wie mich ein wenig abschreckend klingt, gestaltet sich tatsächlich zur aufschlussreichen und lohnenswerten Entdeckungstour. Es gibt viele interaktive Stationen zum Selbst-Aktivwerden und Ausprobieren, und zwar mit allen Sinnen: Ich kann nicht nur verschiedene Salzarten unter dem Mikroskop betrachten, sondern auch einen Salzkristall und andere Mineralien anfassen und Salze aus verschiedenen Regionen der Welt probieren.
Schließlich wird natürlich noch der Bogen zur Geschichte Bad Sassendorfs geschlagen, wenn es darum geht, wie Salz in Bad Sassendorf gewonnen wurde und welche Bedeutung das „weiße Gold“ für den Ort und die gesamte Hellwegregion hatte. Auch hier gibt es wieder einige Stationen zum Mitmachen – so erfahre ich, wie man früher Salz gesotten hat, indem ich mich selbst als Siedeknecht an der Siedepfanne versuche.
Bis hierhin erinnert die Gestaltung der Ausstellungsräume an das Innere eines Salzbergwerkes und ist dementsprechend eher dunkel und kantig gestaltet. Umso stärker ist der Gegensatz, als es auf dem Weg zum zweiten Teil der Ausstellung durch den gläsernen Salzkristall-Anbau geht, wo die Sonne interessante Muster in den hellen Raum wirft. Das Obergeschoss ist hell und einladend gestaltet – hier wird die Bedeutung von Salz im Alltag und die gesundheitliche Wirkung von Salz und Sole thematisiert. Ich erfahre sowohl, in welchen Alltagsprodukten Salz steckt, als auch, wie Salz gegen Halsschmerzen helfen kann. Ein Highlight ist für mich persönlich die Soleverneblungskammer, in der man die Wirkung der Sole auf den Körper direkt selbst testen kann – Ausprobieren lohnt sich auch hier!
Last but not least geht es noch eine Etage höher in die aktuelle Sonderausstellung, in der gleich zwei Jubiläen Anlass zum Feiern geben: 200 Jahre Baden in Westfalen und 40 Jahre Solethermalbad in Bad Sassendorf. Es werden wieder interaktive moderne Medien eingesetzt, sodass ich mich nicht nur durch eine Fülle an historischen Quellen und Bildern klicken, sondern auch digital mein eigenes Wunsch-Thermalbad bauen kann!
Am Ende meines Besuches kann ich festhalten: Das Thema Salz ist definitiv umfangreicher und vielseitiger, als ich erwartet hätte. Ich habe durch den Besuch der Westfälischen Salzwelten nicht einfach nur mein Wissen darüber erweitert, sondern eine ganz neue Blickweise darauf bekommen. Die Ausstellung beleuchtet das Thema von so vielen verschiedenen Seiten, dass sie garantiert für jeden etwas bereit hält – für neugierige Naturwissenschaftler und experimentierfreudige Entdecker ebenso wie für Geschichtsinteressierte und Gesundheitsbewusste, die hier noch den einen oder anderen Alltagstipp mitnehmen können.

 

 

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